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Pressezentrum

Pressebüro der Volksoper Wien

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Carmen

Bereits 1905 hielt Carmen unter der Musikalischen Leitung von Alexander von Zemlinsky und in der Regie von Rainer Simons Einzug in das Repertoire der Volksoper. Nun widmet sich Lotte de Beer für die Eröffnungspremiere der Saison am 21. September 2024 Georges Bizets Oper und fragt: „Ist Carmen tatsächlich die freie, unabhängige Frau, für die wir sie halten, oder ist sie vielmehr die Gefangene des Mythos von der freien, unabhängigen Frau?“ Unter der Musikalischen Leitung von Musikdirektor Ben Glassberg debütiert Ensemblemitglied Katia Ledoux als Carmen, Nikolai Schukoff kehrt als Don José und Josef Wagner als Escamillo an die Volksoper zurück.

Lotte de Beer beim Konzeptionsgespräch © Barbara Pálffy
Lotte de Beer beim Konzeptionsgespräch © Barbara Pálffy

FASZINATION UND TRAGIK - BIZETS CARMEN

Die Bohemienne Carmen, eine der Arbeiterinnen in einer Zigarettenfabrik in Sevilla, hat ein Auge auf den jungen Soldaten Don José geworfen. Bei einem Kampf verletzt sie eine Kollegin mit einem Messer und ausgerechnet Don José soll sie verhaften. Sie überredet ihn dazu, sie gehen zu lassen. Dies führt zu seiner eigenen Festnahme. Carmen nimmt inzwischen den Stierkämpfer Escamillo ins Visier. Als Don José freigelassen wird, trifft er Carmen wieder, gerät mit seinem Vorgesetzten in einen Streit und taucht bei Carmen und einer Schmuggelbande unter. Carmen aber weist ihn zurück – da schwört Don José Rache ...

An der Volksoper wurde Carmen in fünf verschiedenen Inszenierungen bisher 727 Mal gezeigt. Nach vier Jahren Pause widmen sich nun Lotte de Beer und Musikdirektor Ben Glassberg dem Werk und stellen der Tragik die Lebensfreude und die Komik hinzu:
„In den ersten beiden Akten wirkt Carmen wie eine Operette: farbenfrohe Lieder mit folkloristischen Zügen, gesprochene Texte, Humor, Ohrwürmer ... Aber im dritten Akt kündigt sich die Tragödie an, die sich im vierten Akt entfaltet. Und dann erkennen wir im Nachhinein, dass es sich eigentlich gar nicht anders hätte entwickeln können. Das ist die Kraft dieses Stücks“, so die beiden. Ben Glassberg hat Bizets Oper alleine im Herbst 2023 an verschiedenen Häusern dirigiert (in Rouen, am Théâtre des Champs-Élysées und an der Deutschen Oper Berlin). Ihm ist es bei dieser Oper besonders wichtig, die richtige Balance zwischen Leichtigkeit und Schwere zu finden, „alles muss präzise sein, aber mit einem Klang, der uns überwältigt.“

Katia Ledoux (Carmen) © Milagro Elstak
Katia Ledoux (Carmen) © Milagro Elstak

DER MYTHOS DER FREIEN, UNABHÄNGIGEN FRAU

„In Carmen ist ein Wort sehr wichtig: Freiheit“, sagt Regisseurin Lotte de Beer. „Ist Carmen aber tatsächlich die freie, unabhängige Frau, für die wir sie halten, oder ist sie vielmehr die Gefangene des Mythos von der freien, unabhängigen Frau? Sind es nicht gerade die Männer, die ihr diese Unabhängigkeit andichten, damit sich ihre Eroberung umso mehr lohnt? Diese Fragen beschäftigen mich an dieser Figur.“

Die Rolle der Carmen verkörpert dabei Katia Ledoux, die schon seit ihrer Kindheit von dieser Figur träumte und deswegen auch Opernsängerin wurde: „Alle Themen, die Carmen beschäftigen, sind heute noch relevant, vom Rassismus, den sie durch ihre dunklere Haut und Augen erfährt, bis zur Polizeigewalt. Und das alles mit mitreißender Musik und vielen der allergrößten Hits, die jemals komponiert wurden. Carmen ist eine der meistgespielten Opern aller Zeiten und trotzdem finde ich, dass die Reichtümer, die sie in sich trägt, immer noch unterschätzt werden. Ich LIEBE diese Oper!“, so Katia Ledoux, deren internationale Karriere sie regelmäßig an die Oper Zürich und zuletzt an das ROH Covent Garden (Bersi in Andrea Chénier) führte.
 Mit Nikolai Schukoff als Don José steht nach längerer Abwesenheit einer der international gefragtesten Heldentenöre auf der Bühne der Volksoper. Seine Parsifal-Interpretation an der Seite von Placido Domingo brachte dem österreichischen Tenor 2007 an der Bayerischen Staatsoper den Durchbruch. Weitere Meilensteine waren 2013 Siegmund (Die Walküre) unter der Leitung von Zubin Mehta in Valencia und Don José (Carmen) an der Metropolitan Opera New York. Jüngste Engagements führten ihn u. a. als Florestan (Fidelio) an das Teatro Nacional de São Carlos, als Walter in Mieczysław Weinbergs Die Passagierin an das Teatro Real Madrid und als Parsifal an die Deutsche Oper am Rhein.

Josef Wagner kehrt als Escamillo nach einer langen Pause ins Ensemble der Volksoper zurück. Wichtige Stationen seiner Karriere waren zuletzt die Titelrollen in Eugen Onegin in Helsinki und Fliegender Holländer an der Deutschen Oper Berlin und an der Malmö Opera, Graf (Capriccio) am Teatro Real Madrid, Jochanaan (Salome) an der Staatsoper Stuttgart, Barak (Die Frau ohne Schatten) an der Opéra Lyon und Telramund (Lohengrin) an der Opéra National du Rhin. An der Volksoper war er zuletzt in Hoffmanns Erzählungen und Der fliegende Holländer zu erleben.

Das Bühnenbild stammt von Christof Hetzer und die Kostüme von Jorine van Beek.

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